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Mehr Energie für interne Audits

Erstellt: QM Elfe · Freigabe: QM Guru

Was Sie in dieser Schulung lernen

Diese Schulung macht Sie fit für professionelle interne Audits - von der Planung bis zur Wirksamkeitsprüfung. Mit echten Praxisfragen aus über 1.000 durchgeführten Audits.

💡 Unser Grundsatz

"So wenig wie möglich, so viel wie nötig."

Audits sollen positiv angekündigt werden - nicht nur auf "Fehler finden" abzielen!

Die 10 Module im Überblick

1

Grundlagen

2

Normen

3

Planung

4

Vorbereitung

5

Durchführung

6

Fragetechnik

7

Auditfragen

8

Dokumentation

9

Nachbereitung

Zertifikat

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Vorwissen abfragen

Was wissen Sie bereits zum Thema internes Audit?

Ich weiß, was ein internes Audit ist
Ich habe schon an einem Audit teilgenommen
Ich kenne die ISO 9001 Grundlagen
Ich habe bereits selbst auditiert

Keine Sorge - diese Schulung ist für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet!

Modul 1

Grundlagen des Audits

Was ist ein internes Audit?

Was ist ein internes Audit?

  • Bestandsaufnahme der momentanen Situation
  • Überprüfung der Prozesse und Dokumente
  • Stichprobenprüfung - nicht alles kann geprüft werden
  • Verbesserungspotential und Nichtkonformitäten aufdecken
  • Mindestens 1x pro Jahr durchführen
  • Nicht die eigenen Tätigkeiten auditieren!

Die drei Auditarten

ArtBezeichnungWer auditiert?
1st PartyInternes AuditEigene Mitarbeiter
2nd PartyLieferantenauditKunde beim Lieferanten
3rd PartyZertifizierungsauditTÜV, DEKRA etc.

Die drei Ziele des internen Audits

  1. Konformitätsprüfung: Erfüllt das QM-System die Normanforderungen?
  2. Wirksamkeitsprüfung: Werden die Qualitätsziele erreicht?
  3. Verbesserung: Wo gibt es Optimierungspotential?
Merke

Ein Audit ist keine Fehlersuche bei Mitarbeitern! Es ist ein Werkzeug zur Verbesserung der Prozesse.

🎯 Wissenstest

Was ist das Hauptziel eines internen Audits?

Modul 2

Normative Grundlagen

ISO 9001 und ISO 19011

ISO 9001:2015, Kapitel 9.2

📋 Normanforderung

"Die Organisation muss in geplanten Abständen interne Audits durchführen, um Informationen darüber zu erhalten, ob das QMS die Anforderungen erfüllt und wirksam verwirklicht wird."

Die 6 Auditprinzipien nach ISO 19011

Nr.PrinzipBedeutung
1IntegritätEthisch, fair und ehrlich handeln
2SachlichkeitWahrheitsgemäß und genau berichten
3SorgfaltAngemessene professionelle Sorgfalt
4VertraulichkeitUmsichtiger Umgang mit Informationen
5UnabhängigkeitNicht den eigenen Bereich auditieren!
6FaktenbasiertNachweise sind verifizierbar

Kompetenzen des Auditors

  • Fachkenntnisse: ISO 9001 verstehen, Prozesse kennen
  • Methoden: Fragetechniken, Auditmethoden
  • Soziale Kompetenz: Kommunikation, Empathie, aktives Zuhören
  • Persönlich: Unparteilich, offen, diplomatisch
⚠️ Wichtig: Unabhängigkeit

Ein Auditor darf niemals seinen eigenen Arbeitsbereich auditieren!

🎯 Wissenstest

Warum darf ein Auditor seinen eigenen Bereich nicht auditieren?

Modul 3

Auditplanung

Auditprogramm und Auditplan

Führungsebene einbeziehen

  • Vorgespräch mit der Führung führen
  • Ziele abfragen und Schwerpunkte festlegen
  • Nutzen darlegen (Wirtschaftlichkeit, Image, Risiken)
  • Führungskräfte zu Beteiligten machen - als Experten!

Zwei Planungsebenen

EbeneDokumentInhalt
StrategischAuditprogrammJahresplan aller Audits (alle Bereiche, Termine, Auditoren)
OperativAuditplanDetailplan für ein Einzelaudit (Ziele, Ablauf, Teilnehmer)
Risikobasiert planen

Wichtige Themen sollten intensiver auditiert werden! Kritische Prozesse und Bereiche mit häufigen Abweichungen öfter einplanen.

Auditprogramm (Jahresplan) - Beispiel

Thema / Prozess202420252026
Kontext & Interessierte Parteien
Risiken und Chancen
Schulungen & Kompetenzen
Kundenzufriedenheit
Lieferantenbewertung-
Datenschutz-
Prüfmittelüberwachung--

Auditplan (Einzelaudit)

  1. Auditziele: Was genau soll geprüft werden?
  2. Auditkriterien: Relevante Normkapitel
  3. Zeitplan: Datum, Uhrzeit, Dauer
  4. Auditteam: Wer führt das Audit durch?
  5. Ansprechpartner: Im auditierten Bereich
  6. Methode: Vor Ort oder Remote
⚠️ Rechtzeitig kommunizieren!

Auditplan mindestens 2 Wochen vorher an alle Beteiligten senden!

🎯 Wissenstest

Wann sollte der Auditplan kommuniziert werden?

Modul 4

Auditvorbereitung

Gesprächspartner und Anmeldung

Angemeldetes oder unangemeldetes Audit?

Angemeldetes Audit
Vorteile ✓Nachteile ✗
Mitarbeiter können sich vorbereitenMan sieht nur das, was vorbereitet ist
Weniger NervositätAudit evtl. nicht authentisch
Mitarbeiter hat Zeit eingeplantManche "lernen" nur für das Audit
Erleichterte Planung-
💡 Entscheidungshilfe

Fragen Sie sich: Ist es das erste Audit? Ist die Person neu? Gab es Vorfälle? → Bei "Ja": Immer anmelden!

Wer ist mein Gesprächspartner?

  • Kenne ich die Person bereits?
  • Welchen Charakter hat diese Person?
  • In welcher Abteilung arbeitet sie?
  • Ist die Person neu im Betrieb?
  • Hat die Person schon ein Audit mitgemacht?
  • Welche Normkapitel kann ich bei dieser Person abfragen?
  • Was muss mein Gesprächspartner wissen?

Checkliste: Vorbereitung

Prozessdokumente und Verfahrensanweisungen sichten
Vorherige Auditergebnisse prüfen (offene Maßnahmen?)
Fragenkatalog vorbereiten
Normkapitel rekapitulieren
Termin abstimmen und kommunizieren
Gesprächspartner informieren

🎯 Wissenstest

Wann ist ein unangemeldetes Audit NICHT empfehlenswert?

Modul 5

Auditdurchführung

Phasen, Methoden und Gesprächsführung

Die 5 Phasen eines Audits

1

Eröffnung

2

Sammlung

3

Auswertung

4

Abschluss

5

Bericht

Remote vs. Vor-Ort Audit

🖥️ Remote🏢 Vor Ort
+ Beliebig viele Teilnehmer+ Persönliches Kennenlernen
+ Keine Reisekosten+ Vor-Ort Begehung möglich
+ Auch in Krisenzeiten+ Weniger technische Probleme
− Evtl. Ablenkung− Höhere Kosten
− Nur bedingtes Kennenlernen− Weite Anreisen

Spezielle Auditmethoden

🔄 TOP/FLOP-Vorgang
Einen besonders guten und einen problematischen Vorgang analysieren. Zeigt Best Practice und Verbesserungspotential.
⬅️ Rückwärts auditieren
Vom Ergebnis zum Anfang: Fertiges Produkt nehmen und den Weg zurückverfolgen. Zeigt Lücken in der Dokumentation.
👥 Stellvertreter befragen
Nicht den Prozessverantwortlichen, sondern den Stellvertreter befragen. Zeigt, ob Wissen geteilt wird.
🆕 Neue Mitarbeiter auditieren
Neue Mitarbeiter haben frischen Blick und zeigen, wie gut die Einarbeitung funktioniert.

Die Turtle-Methode zur Prozessanalyse

👤 Mit WEM?

  • Verantwortliche
  • Kompetenzen
  • Schulungen

📥 INPUT

  • Auslöser
  • Eingaben
  • Vorgaben

⚙️ PROZESS

Was wird gemacht?
Wie wird es gemacht?

📤 OUTPUT

  • Ergebnisse
  • Nachweise
  • Kennzahlen

🛠️ Mit WAS?

  • Ressourcen
  • Dokumente
  • Infrastruktur

Tipps für das Auditgespräch

PhaseTipps
BeginnTransparenz schaffen, Icebreaker, positiver Start
WährendAktives Zuhören, dem Gesprächsverlauf folgen
EndePositive Verstärkung, Ergebnisse zusammenfassen
Wichtig!

Nicht stur nach Checkliste vorgehen! Zusammen Lösungen erarbeiten, nicht nur Fehler suchen. Starke Leistungen würdigen!

🎯 Wissenstest

Was ist ein Vorteil des "Rückwärts-Auditierens"?

Modul 6

Fragetechniken

Die 5 Fragearten und aktives Zuhören

Die goldene Regel

🎯 80/20 Regel

80% redet der Auditierte
20% redet der Auditor

Die 5 Fragearten

FrageartBeispielBewertung
Offene Frage"Wie läuft der Prozess ab?"✓ Ideal!
Geschlossene Frage"Haben Sie eine Anweisung?"○ Ja/Nein
Alternativfrage"Montag oder Dienstag?"○ Eingrenzung
Sokrates-Frage"Habe ich Sie richtig verstanden, dass...?"✓ Gut!
Suggestivfrage"Sie führen sicherlich eine Kontrolle durch, oder?"✗ Vermeiden!

Die wichtigsten W-Fragen

  1. WER ist verantwortlich? Wer ist der Stellvertreter?
  2. WAS sind die Eingaben und Ergebnisse?
  3. WIE wird der Prozess durchgeführt?
  4. WANN wird es gemacht? Wie oft?
  5. WO findet der Prozess statt? Wo ist dokumentiert?
  6. WOMIT wird gearbeitet? Welche Hilfsmittel?
  7. KÖNNEN SIE MIR ZEIGEN...? (Nachweise!)
⚠️ Vorsicht bei "WARUM?"

Zu viele "Warum?"-Fragen wirken wie ein Verhör! Besser: "Aus welchem Grund...", "Was war der Anlass..."

Aktives Zuhören

  • Blickkontakt halten (nicht auf Laptop starren)
  • Nicht unterbrechen - ausreden lassen
  • Paraphrasieren: "Wenn ich Sie richtig verstehe..."
  • Notizen machen
  • Nachfragen bei Unklarheiten
Ein positives Ende!

Jedes Gespräch sollte positiv enden. Starke Leistungen würdigen!

🎯 Wissenstest

Welche Frageart ist für Audits am besten geeignet?

Modul 7

Praxis-Auditfragen

Was wird der Auditor fragen? - Echte Fragen aus 30 Jahren Erfahrung

Diese Themen werden IMMER gefragt

Zu jedem Thema kann sich der Auditor Dokumente als Nachweis zeigen lassen!

📚 Schulungen & Kompetenzen (Kap. 7.2)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Wie planen Sie Schulungen?
  • Woher weiß man, dass eine Schulung schlecht war?
  • Gibt es eine Übersicht über die Qualifikationen Ihrer Mitarbeiter?
  • Welche Fähigkeiten braucht ein MA für diese Tätigkeit?
  • Wie werden neue Mitarbeiter eingearbeitet?
📄 Nachweise zeigen

Schulungsplan, Qualifikationsmatrix, Schulungsnachweise, Einarbeitungsplan

😊 Kundenzufriedenheit (Kap. 9.1.2)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Wie ermitteln Sie die Kundenzufriedenheit?
  • Erstellen Sie eine Auswertung darüber?
  • Mussten Maßnahmen eingeleitet werden?
  • Wie kommunizieren Sie mit Ihren Kunden?
📄 Nachweise zeigen

Kundenbefragung, Auswertung, Reklamationsliste, Maßnahmenplan

🎯 Qualitätsziele (Kap. 6.2)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Wurden die Unternehmens-/Qualitätsziele festgelegt?
  • Haben Sie Maßnahmen festgelegt, wie Sie diese Ziele erreichen?
  • Gibt es sonstige Unterlagen? (z.B. Budgetplan)
  • Sind die Ziele den Mitarbeitern bekannt? (zumindest die, die sie betreffen)
📄 Nachweise zeigen

Qualitätsziele-Dokument, Maßnahmenplan, Kennzahlen, Managementbewertung

📄 Dokumente & Aufzeichnungen (Kap. 7.5)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Was passiert mit veralteten Dokumenten?
  • Wo sind die Aufbewahrungsfristen festgelegt?
  • Wie werden Dokumente gelenkt?
  • Kennen die Mitarbeiter das QM-Handbuch?

🚚 Lieferanten (Kap. 8.4)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Welche Lieferanten gibt es?
  • Haben Sie eine Lieferantenbewertung erstellt?
  • Gab es in letzter Zeit Probleme mit einem Lieferanten?
  • Was wurde zur Verbesserung unternommen?

⚖️ Gesetzliche Anforderungen (Kap. 4.2)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für Ihr Unternehmen?
  • Welche behördlichen Anforderungen gelten?
  • Stellt Ihr Kunde die Anforderung, dass Sie nach bestimmten Normen arbeiten?
  • Welche anderen Richtlinien gelten? (z.B. REACH)
  • Wie stellen Sie sicher, dass Sie nach aktuell gültigen Anforderungen arbeiten?

🏭 Produktion / Dienstleistung (Kap. 8)

🎯 Typische Auditfragen:

  • Wie merken die MA, dass sie auf etwas Besonderes achten müssen?
  • Was passiert mit internen Fehlern / fehlerhaften Produkten?
  • Werden die Fehlerkosten erfasst?
  • Stellt Ihr Kunde Ware zur Verfügung? (Kundeneigentum)
  • Gibt es eine Wareneingangsprüfung und wie sieht sie aus?
  • Wie werden die Maschinen/Autos gewartet?
  • Liegen Wartungspläne / Wartungsverträge vor?

📋 Allgemeine Fragen zum QMS

🎯 Diese Fragen kommen IMMER:

  • Sind Verantwortlichkeiten festgelegt?
  • Wurde ein internes Audit im gesamten Unternehmen durchgeführt?
  • Haben Sie eine Managementbewertung erstellt?
  • Gibt es regelmäßige Besprechungen?
  • Wie erfahren Mitarbeiter Wichtiges/Interessantes?
  • Sind die Aufgaben des QMB definiert?

🎯 Wissenstest

Welche Frage wird bei jedem Audit zur Kundenzufriedenheit gestellt?

Modul 8

Dokumentation & Nachbereitung

Feststellungen, Auditbericht, PDCA

Arten von Feststellungen

KategorieBeschreibungMaßnahme
KonformitätAnforderung erfülltKeine erforderlich
💡 Verbesserung (VP)OptimierungspotentialEmpfehlung
⚠️ Minor (Hinweis)Geringfügige Abweichung, EinzelfallEmpfohlen
Major (NC)Erhebliche Abweichung, System betroffenErforderlich!

Feststellungen richtig formulieren

Eine gute Feststellung enthält drei Elemente:

  1. WAS wurde festgestellt? (konkreter Nachweis)
  2. WOGEGEN verstößt es? (Normkapitel)
  3. WELCHE AUSWIRKUNG hat es? (Risiko)

Beispiel: Feststellung formulieren

❌ Schlecht: "Die Schulungen sind nicht in Ordnung."

✓ Gut: "Für 3 von 5 geprüften Mitarbeitern fehlen Schulungsnachweise gemäß Schulungsplan (Kap. 7.2). Risiko: Qualitätsprobleme durch fehlende Kompetenz."

Der Auditbericht enthält

Kopfdaten: Datum, Bereich, Auditor, Teilnehmer
Auditumfang: Geprüfte Prozesse und Normkapitel
Positive Aspekte: Was läuft gut? Stärken!
Feststellungen: Mit Normenbezug und Bewertung
Offene Maßnahmen: Status aus letztem Audit
Neue Maßnahmen: Mit Terminen und Verantwortlichen!
⚠️ Wichtig!

Maßnahmen immer mit Terminen und Verantwortlichen festlegen!

Der PDCA-Zyklus

📋 PLAN

Analysieren, Konzept entwickeln

⚙️ DO

Umsetzen, Testen

🔍 CHECK

Prüfen, Bewerten

🚀 ACT

Standard einführen

Nachverfolgung der Maßnahmen

  • Zuständigkeit der Nachverfolgung klären
  • Prüfen der Wirksamkeit (erst nach 4-8 Wochen!)
  • Wenn Maßnahmen nicht umgesetzt: Gründe ermitteln!
⚠️ Wichtig!

Wenn nach dem Audit nichts mehr passiert, verlieren "Audit" und "QM" im Unternehmen ihre Bedeutsamkeit!

Wann ist eine Maßnahme abgeschlossen?

🎯 Merke

Eine Maßnahme ist erst abgeschlossen, wenn die Wirksamkeit nachgewiesen wurde!

  • Ist das Problem wirklich behoben?
  • Tritt die Abweichung nicht mehr auf?
  • Ist die Maßnahme nachhaltig?

🎯 Wissenstest

Wann ist eine Korrekturmaßnahme abgeschlossen?